AUF fordert konkrete Schritte für bessere psychotherapeutische Versorgung

Pressemitteilung von Dr. Willi Mast: Die extrem langen Wartezeit für eine Psychotherapie in Gelsenkirchen sind tatsächlich skandalös. „Die gemeinsame Resolution im Gesundheitsausschuss durch alle demokratischen Kräfte – erwartungsgemäß bei Enthaltung der AfD – war war ein wichtiges positives Signal“, so Dr. Mast/AUF, fachkundiger Einwohner im Gesundheitsausschuss.  Die offizielle Bedarfsplanung der kassenärztlichen Vereinigung werde in keiner Weise der prekären gesundheitlichen und sozialen Lage in GE gerecht, was auch anhand der explodierenden Ausgaben für Jugendhilfe abzulesen ist. AUF hat in der Vergangenheit wiederholt auf Defizite der psychotherapeutischen Versorgung hingewiesen.

Besonders fatal wirken sich monate- oder jahrelange Wartezeiten und fehlende Therapieangebote bei Kindern und Jugendlichen aus. Während der Corona-Pandemie ist die Zahl   der Kinder mit Depressionen, Angststörungen, Essstörungen und Suchkrankheiten sprunghaft angestiegen – und bleibt auf diesem hohen Niveau. Fehlende Therapieangebote führen zu chronischen Leiden und verursachen ein Vielfaches an Folgekosten.

AUF weist auch auf strukturelle Probleme hin und fordert konkrete Schritte. Die Blockade-Haltung der kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) dürfe nicht länger akzeptiert werden. Entsprechend ihrem Sicherstellungsauftrag müssen zusätzliche Kassenarztsitze für Psychotherapeuten vergeben werden und das Angebot für ambulante Beratung und Therapie ausgeweitet werden – in den Kinderabteilungen von Bergmannsheil und Marienhospital, im Gesundheitsamt, in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Ein strukturelles Problem ist nach Meinung von AUF auch die private Organisation der Psychotherapie-Praxen. Für sie seien Patienten mit schweren psychischen Problemen betriebswirtschaftlich weniger attraktiv. Gebraucht werden deshalb Angebote in medizinischen Versorgungszentren in kommunaler oder gemeinnütziger Trägerschaft. Angesichts zunehmender psychischer Erkrankungen müsse dringend die Prävention ausgeweitet werden. Dazu müsse auch das Thema Gesundheit in Kitas und Schulen ein viel größeres Gewicht bekommen.