Petra Polz Web KopiePetra Polz-Waßong, sachkundige Einwohnerin für AUF im Ausschuss für Sportentwicklung und Prävention, brachte diesen Vorschlag zur Woche des Schwimmens ein:

Die Verwaltung wird gebeten die Möglichkeiten aufzuzeigen, die für die (im Rahmen des Aktionsplans „Schwimmen lernen in NRW von 2019 bis 2022“ aufgeführte Maßnahme zur Durchführung einer „Woche des Schulschwimmens“) auch in Gelsenkirchen gesehen werden, um den Nichtschwimmeranteil bei Schulkindern senken zu können.

Die Woche wurde im Jahre 2019 in der Stadt Essen erfolgreich durchgeführt. Dabei konnten Schulen aller Schulformen und Schulstufen daran teilnehmen. Im Rahmen einer Kompaktwoche konnten Schwimmen und Bewegen im Wasser über den schulischen Schwimmunterricht hinaus durch tägliche Wasserzeiten in Bädern vor Ort intensiv gefördert werden.

Ziel dabei war und ist es, dass sich die Kinder ohne Fremdhilfe und möglichst angstfrei im schwimmtiefen Wasser zielgerichtet fortbewegen können.

AUF Gelsenkirchen regt schon zuvor eine weitere Maßnahme zur Erhöhung der Schwimmfähigkeit von Kindern in Gelsenkirchen an. Bereits im Oktober 2019 stellte AUF Gelsenkirchen eine Anfrage zur Einrichtung eines kommunalen Schwimmassistenzpools, für deren Beantwortung die Stadtverwaltung fast vier Monate brauchte (siehe Anhang). Nun begrüßte sogar die im Rahmen der Beantwortung der Anfrage kontaktierte Schulaufsicht die Initiative von AUF für einen kommunalen Schwimmassistenzpool. Ein voller Erfolg für AUF.

willi mast web KopieDer alarmierende Lehrermangel an Grundschulen fällt nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis der Landespolitik der aktuellen und früherer Regierungen – von schwarz-gelb bis rot-grün. Anstatt bei anwachsenden Kinderzahlen mehr Lehrer auszubilden, werden seit Jahren Studienplätze für Grund- und Sonderschulpädagogen knapp gehalten oder sogar mit Numerus Clausus blockiert. Anstatt Anreize zu schaffen für Grundschullehrer in benachteiligten Stadtteilen, anstatt die Kinder hier besonders zu fördern, setzt man auf Leistung, Wettbewerb, pädagogische Experimente, „Talentschulen“ und auf ein milliardenschweres Programm für die „digitale Schule“. Die Probleme der Grundschulen werden dadurch eher noch verschärft. Früher war der Anspruch in unserer Stadt: „kein Kind zurücklassen“. Heute heißt es nur noch: „jedem Kind eine Chance“.
Die Misere ist letztlich auch Ausdruck einer mangelnden Wertschätzung der Gundschullehrer/innen, die seit Jahren zunehmend am Limit arbeiten - mit wesentlich schlechterer Vergütung als ihre Kollegen.

Gebraucht werden jetzt Sofortmaßnahmen durch die Verantwortlichen zur Besetzung aller vakanter Stellen - und auch unkonventionelle Maßnahmen zur Gewinnung von Hilfs- und Fachkräften. Leider fanden entsprechende Vorschläge von AUF in der Haushaltsdebatte wenig Anklang.
Ein Dank an die Schulpflegschaft, die Schulleitung und die Gewerkschaft GEW, die den Finger erneut und mit Nachdruck auf den wunden Punkt legen.

Bild von Omar Medina Films auf Pixabay447 unversorgte Kinder, die auf einen Kita-Platz warten, sind kein Grund zur Freude, trotz aller guten Bemühungen. Die Bildungsdezernentin Frau Berg äußert, dass für jeden Einzelfall eine Lösung gefunden werden soll.

"Hier sollte die Stadt von sich aus auf die Eltern zugehen und das Gespräch suchen", so Monika Gärtner-Engel, Stadträtin von AUF. "Darüber hinaus sehe noch weiteren Planungs- und Gesprächsbedarf. Es ist positiv, dass mehr Kinder geboren werden, dass Kinder von Geflüchteten und Zuwanderern in Kita und Schule integriert werden. Angesichts des Bedarfs kann nicht verstehen, warum die Initiative von Dr. Willi Mast, Vertreter für AUF im Bezirk Süd, für eine Kita im Volkshaus Rotthausen nicht aufgegriffen wird, die in
weiten Kreisen Zuspruch fand.

Lebhafte Diskussion beim kommunalpolitischen Brunch von AUF Süd

Mit einer Anfrage zu Sozialraum-Analyse im Süden Gelsenkirchens und mit einem Interview in der Rotthauser Post hat Dr. Willi Mast, Allgemeinarzt in Rotthausen und AUF-Bezirksverordneter das Thema Gefährdung der Kinder- und Jugendgesundheit zum Thema gemacht. Eine lebhafte Diskussion und viele konkrete Vorschläge und Forderungen dazu kamen beim kommunalpolitischen Brunch von AUF-Süd am 30. Juni im Treff international zur Sprache.

Bei einem extrem hohen Anteil von Kindern aus Hartz-4-Familien und von zugewanderten Familien brennt das Problem heute vielen Eltern auf den Nägeln. Hinzu kommt, dass die finanzielle und personelle Ausstattung der Kitas und Grundschulen absolut unzureichend ist, ebenso wie die kinderärztliche Versorgung. AUF wird sich weiter aktiv einmischen in die Diskussion um eine bessere Gesundheitsprävention – und sich nicht damit abfinden, dass bei vielen Jugend und Mädchen bereits im frühen Alter die Weichen auf „chronisch krank und abgehängt“ gestellt werden.

children playing 334531 640In den Schlagzeilen: Vier von zehn Kindern in Gelsenkirchen leben in Familien, die ihre Existenz – mehr schlecht als recht – vom Arbeitslosengeld bestreiten müssen. Trotz gegenläufigem NRW-Trend.

„Die Gründe für diese Situation liegen auf der Hand, sieht man sich die Entwicklung des Arbeitsmarktes an“, ist das Resümee von Martina Reichmann, AUF Gelsenkirchen. „Bei aller Freude über jede Neuansiedlung – Gelsenkirchen hatte Enormes zu verkraften durch den Wegfall industrieller Arbeitsplätze. Damit sanken auch die Chancen für Jugendliche auf einen Ausbildungsplatz mit Perspektive. Die Schließung der Zechen, von Vaillant, Stauffenberg, Wellpappe, der Wegfall von zig Arbeitsplätzen in der Stahl- und Solarindustrie, im Einzelhandel, von Opel und Nokia in der Region uvm. haben tiefe Kerben hinterlassen. Ersatzarbeitsplätze wurden dafür nicht geschaffen, der Strukturwandel ist gescheitert. Der Kampf für die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ist für die Lösung der hohen Kindermut maßgeblich. Dafür steht AUF mit den Protesten gegen Hartz IV seit 2004.

Trotz all dieser Schwierigkeiten entfalten viele Menschen große Kraft und Initiative für eine lebenswerte Stadt. Doch statt einer derart gebeutelten Kommune zu helfen, zahlen Bund und Land nicht einmal Kosten für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen noch die Kosten der Unterkunft für SGB II-Beziehe in voller Höhe! Das wären rund 60 Millionen jährlich – jeder Cent davon ist bitter nötig für die Jugend in unserer Stadt. Bund und Land müssen in die Pflicht und der Protest gestärkt werden.“