Lehrermangel: Folge einer verfehlten Schulpolitik

An Warnungen und Hilferufen an die Adresse der Landesregierung hat es in den letzten Jahrensicher nicht gefehlt. Jetzt fehlen an den Grundschulen unserer Stadt 156 Lehrer und nicht mal der Mindestunterricht ist gewährleistet. Das in einer Situation, wo zahlreiche Kinder aus ärmeren und aus Zuwanderer-Familien eine besondere Förderung dringend benötigen. Die aktuelle Landesregierung und auch die frühere rot-grüne Regierung haben diese schulpolitische Katastrophe zu verantworten. Interessanterweise spricht die Verwaltungsspitze inzwischen gar nicht mehr von dem Leitbild „kein Kind zurücklassen“. Vielmehr heißt es jetzt: „jedem Kind eine Chance“...

schule corona imageVon Anna Bartholomé - Sachkundige Einwohnerin für AUF Gelsenkirchen im Ausschuss für Bildung: „Es sind noch gerade zweieinhalb Wochen bis zum Ende der Schulferien. Die Corona-Infektionen steigen wieder bedrohlich. Auffallend häufig betroffen von der gefährlichen Delta-Mutante sind Kinder und Jugendliche.

Wer nicht will, dass mit Schulbeginn eine neue Welle der Pandemie Kinder und ihre Familien erfasst, der muss jetzt alles zum Schutz tun. Nur so wird halbwegs regulärer Unterricht möglich werden. Die Schulen haben ja reichlich Erfahrungen, wie Hygienekonzepte, regelmäßige Tests usw verwirklicht, kleinere Gruppen eingerichtet werden usw.

Bartholome AnnaIn meinen Augen ist es ein Skandal, dass die schulärztliche Unersuchung für zukünftige Erstklässlerin diesem Jahr ausfallen soll. Gesundheitsamt und Jugendamt begründen dieen groben Verstoß gegen die Fürsorgepflicht mit der corona-bedingten Belastung des Gesundheitsamts. Umgekehrt wirdein Schuh daraus: Gerade weil Kinder oft monatelang nicht in die Kitas, Sport- oder Musikgruppen gehen konnten und ihre Familien durch Lockdowns und Ängste sehr bealstet waren, müssen alle Kinder gesehen werden.

Bartholome AnnaMit Nachdruck unterstützt AUF Gelsenkirchen die Forderung einer Elterninitiative, sämtliche Schulklassen mit wirksamen Luftfiltern auszustatten. Zusammen mit verbesserten Lüftungsmöglichkeiten kann so hoffentlich verhindert werden, dass die vordringende Delta-Mutation des Corona-Virus für eine neue Infektionswelle sorgt. Wie die Entwicklung in Großbritannien, Portugal und Israel beweist, infizieren sich auffallend häufig Kinder und Jugendliche. Selbst wenn diese – glücklicherweise – nicht sehr häufig selber schwer erkranken, tragen sie die Infektion doch in ihre Familien und darüber hinaus in die Bevölkerung.

Bartholome AnnaWider alle Vernunft ordnet die CDU/FDP-Landesregierung an, dass die Kitas weiter geöffnet bleiben müssen. Und das obwohl der Inzidenzwert in Gelsenkirchen steigt und steigt und obwohl mit der neuen Virusform auch Kinder häufiger angesteckt werden – und die Seuche weitergeben können: an andere Kinder, an Erzieherinnen und Erzieher, an ihre Familien.

Nicht einmal ein Mindestmaß an Gesundheitsschutz in den Kitas ist gesichert: vorrangige Impfungen für Beschäftigte (ob pädagogische oder Reinigungskräfte), Luftfilter ghören in alle Räume, feste Kleingruppen müssen gebildet, regelmäßige Tests durchgeführt werden – zuhause oder in den Kita-Gruppen und zwar als Spuck- oder sogenannte Lolli-Tests. Das kann die Stadtverwaltung aktiv werden – übrigens analog zur Vorbereitung von Schulöffnungen, sobald das dort wieder möglich ist.