Welche unzumutbaren Arbeitsverhältnisse auf der Baustelle des ADAC-Gebäudes an der Sellhorststrasse herrschen, sorgt bei vielen Menschen zu Recht für Empörung. Wie groß muss die Not sein, bis Arbeiter sich zu solchen Schritten entschließen, um eine für sie unerträgliche Situation zu beenden?!
 
Für AUF keine Frage, sie zu unterstützen mit einer kurzfristigen Solidaritäts- und Protestaktion! Jan Specht, Stadtverordneter hatte dazu aufgerufen. "Es ist doch menschenverachtend und auch eine Form von Rassismus, dass die beiden völlig verzweifelten Arbeiter der Nötigung und des Hausfriedensbruchs bezichtigt und auch noch verhaftet werden. Sie haben niemanden was getan, sondern nur die ihnen zustehenden Löhne eingefordert. Das reiht sich ein in den Umgang mit den Arbeiterinnen und Arbeitern in den Fleischfabriken von Tönnies. Es gibt für uns keine Arbeiterinnen und Arbeiter zweiter Klasse."
 

Toni Len fr WebIm Wirtschaftsausschuss am 28.5. wurde bekannt, dass für die Beschäftigten bei Küppersbusch Großküchentechnik und bei Seppelfricke nun Sozialpläne abgeschlossen sind. „Soll damit etwa das Aus für die Werke in Gelsenkirchen zum Jahresende besiegelt sein? Heimlich, still und leise?“ fragt Toni Lenz, Sachkundiger Einwohner von AUF Gelsenkirchen. „Das kann keinesfalls akzeptiert werden! Das wären erneut 220 vernichtete Industriearbeitsplätze in Gelsenkirchen, und gefragte Ausbildungsplätze bei Küppersbusch. Und an jedem hängen weitere in anderen Bereichen.“

Jan Specht von AUF hatte schon im Stadtrat am 2.4. eine Protestresolution eingebracht. Aber von SPD und CDU wurde die notwendige Solidaritätsbekundung durch die Stadt blockiert – mit fadenscheinigen Gründen und antikommunistischen Motiven!

Die Freude auf einen kämpferischen 1. Mai in Gelsenkirchen wächst. Gut, dass die Stadt mit ihrer Untersagung vor Gericht scheiterte! Unsere demokratischen Rechte und Freiheiten stehen nicht zur Disposition! Fazit für AUF Gelsenkirchen: Wer kämpft, kann gewinnen.

Viele Kolleg*Innen mobilisieren zu den zwischen rund 100 Kundgebungen zum 1. Mai bundesweit. Kommt um 10 Uhr zum Willi-Müller-Platz, Musiktheater GE!

Die Wirtschaft will die Produktion schnellstmöglich wieder hochfahren. In vielen Betrieben wird eng zusammen gearbeitet, Abstand hin oder her. Ein Grund mehr, am 1. Mai unsere Interessen Corona-gerecht auf die Straße zu bringen.
Die Pläne von NRW-Innenminister Reul (CDU) verdienen die passende Antwort. Nach ihm sollen Versammlungen grundsätzlich „strikt untersagt bleiben“ und die „Bevorzugung“ des Versammlungsrechts im Grundgesetz auf den Prüfstand“. Rote Karte von AUF dazu, die berechtigten Schutzmaßnahmen als Vorwand zu missbrauchen, um uns an Notstandsübungen und Beschränkungen zu gewöhnen!

Wir werden noch heftige Auseinandersetzungen erleben. Weder können wir uns mit der ‚neuen‘ Normalität abfinden, in der die Krisenlasten auf uns abgewälzt werden, noch wollen wir zurück zur ‚alten‘ Normalität! Da wurde Gelsenkirchen im Stich gelassen mit hoher Arbeitslosigkeit und Unterfinanzierung. Im Kampf für unsere Lebensperspektive holt keiner die Kohlen für uns aus dem Feuer. Für einen kämpferischen 1. Mai!

P1440961.a70 TeilnehmerInnen, 16 RednerInnen und viele weitere ZuhörerInnen rund um den Willi-Müller-Platz ließen sich den traditionellen 1. Mai nicht nehmen, wenn auch in etwas ungewohnter Weise. AUF Gelsenkirchen war dabei zahlreich vertreten.

Jan Specht, Stadtverordneter von AUF Gelsenkirchen: „Gut, dass diese Kundgebung vor Gericht durchgekämpft wurde. Es kann nicht sein, dass im Bus, im Baumarkt oder im Betrieb größere Ansammlungen erlaubt sind als hier unter freiem Himmel.

Toni Len fr WebEine Umfrage der IG Metall in NRW ergab, dass in 55% der Betriebe Kurzarbeit ist, in 22% wird das demnächst erwartet (WAZ 25.4.). Das ist dramatisch, und stellt die Situation in der Weltwirtschaftskrise ab 2008 noch in den Schatten.

„Die Auswirkungen kriegen vor allem die Beschäftigten und ihre Familien zu spüren. Mit 60% des Lohns, bzw. 67%, wenn man Kinder hat, lässt sich nicht lange auskommen,“ empört sich Toni Lenz, Sachkundiger Einwohner von AUF Gelsenkirchen im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Beschäftigungsförderung und Tourismus. „Die Unternehmer wälzen die Kosten mithilfe des Staates auf die Arbeitslosenversicherung ab, und damit auf die Masse der Steuerzahler,“ so Toni Lenz weiter. „Damit bin ich nicht einverstanden. Die Unternehmer sind gesetzlich verpflichtet, in solchen Fällen die Löhne weiterzubezahlen (BGB §615). Dass sie das tun, muss auf Kosten ihrer Profite durchgesetzt werden. Konzerne wie VW bekommen günstige Kredite bei der KfW-Bank – und VW spart allein 320 Millionen Euro pro Monat (!) über das Kurzarbeit-Programm.

Der 1. Mai ist genau der richtige Anlass, dafür auf die Straße zu gehen!“ AUF Gelsenkirchen unterstützt die Forderung: Für die Dauer nötiger Produktionsstilllegungen: voller Lohnausgleich!