190215 Einladung BrunchWas tun für mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze in Gelsenkirchen?

Toni Lenz, sachkundiger Einwohner von AUF Gelsenkirchen macht Vorschläge

Sonntag, den 24. Februar 11.00 – 13.00 Uhr
Treff International - Hauptstraße 40

Bringt was Leckeres zum Buffet mit – und ladet Freundinnen und Freunde ein!

Toni Len fr WebWellpappe - das erinnert zuallererst an die unerwartete Insolvenz 2016, die auf erbärmliche Art vom Wellpappe-Konzernchef Wolfgang Palm durchgedrückt wurde. Er brachte die 96 Kollegen um ihren Arbeitsplatz und sogar um einen Sozialplan, die bis heute völlig empört sind, und finanzielle und psychische Auswirkungen für sich und ihre Familien davontrugen.
"Palm will sich offensichtlich jetzt eines neuen Tricks bedienen. Unter dem Firmen-Siegel der Monowell, die zur Palm-Gruppe gehört, soll in Gelsenkirchen künftig wieder produziert werden. Was läuft da ab?" fragte Toni Lenz, sachkundiger Einwohner für AUF Gelsenkirchen im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Beschäftigungsförderung und Tourismus, WBT.

"Die Endlospapier-Produktion, die dort neu aufleben soll, ist 'nur' eine Vorstufe des Produktes, das früher bei Wellpappe hergestellt wurde. Es kann in anderen Werken weiter verarbeitet werden z.B. zu Kartonagen, die eben zur damaligen Produktpalette gehörten.
Damals war die Rede von veralteten Anlagen im Werk, die keine Aufträge mehr bringen würden. Geld für die Modernisierung fehlte angeblich laut Palm. Und wo kommt jetzt das Geld her?

Toni Lenz“Angesichts des drastischen Lehrstellenmangels in Gelsenkirchen muss endlich gehandelt werden”, so Toni Lenz, Sachkundiger Einwohner von AUF Gelsenkirchen im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Beschäftigungsförderung und Tourismus (WBT). In diesem Jahr standen 2210 Bewerbern gerade mal 1332 Lehrstellen zur Verfügung.
AUF fordert für den städtischen Haushalt 2019, eine Kampagne “10plus” durchzuführen. “Sie soll sich an die Betriebe und die Öffentlichkeit wenden, und alle Gelsenkirchener Unternehmen auffordern, mindestens 10% Lehrstellen bezogen auf die Beschäftigtenzahl einzurichten,” so Toni Lenz weiter. Es kann nicht so weitergehen, dass nur 22% der Gelsenkirchener Betriebe überhaupt ausbilden.

Wie wenig Interesse SPD und CDU an einer wirklichen Änderung haben, zeigte sich im Ausschuss für Wirschaftsförderung (WBT). Die SPD hält die bestehenden Maßnahmen für ausreichend – die aber rein auf bessere Vermittlung abzielen, und am Lehrstellenmangel nicht rütteln. Die CDU schob das Problem auf die Jugendlichen, denn es gäbe ja genug Ausbildungsplätze – fragt sich nur wo. Und längst sind noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, damit Jugendliche auch “ihren Platz” finden, wenn Stellen noch nicht besetzt werden konnten.

“Ganz im Stil der städtischen Wirtschaftsförderung wird hier peinlichst umgangen, die Unternehmer zu kritisieren und Forderungen an sie zu stellen – lieber werden sie umgarnt und mit Flächenaufbereitungen u.a. subventioniert”, resümiert Toni Lenz. “AUF setzt darauf, dass das Gros der Gelsenkirchener, besonders die Jugendlichen, das anders sehen, und sich die Zukunft nicht verbauen lassen.”

Ein positives Signal setzten übrigens die ZF-Arbeiter in Schalke. Durch ihren erfolgreichen Widerstand gegen die Werkschließung wurde auch erreicht, dass wieder neue Azubis eingestellt wurden.

Viel Durchschlagskraft und einen langen Atem wünscht AUF den Kollegen in den Uniper-Werken.
„Die aufgestellten Forderungen von 6,8 % Lohnerhöhung sind völlig berechtigt. Wir setzen uns für die Uniper-Beschäftigten ein: Für ihre Gesundheit und das Stopp der Ölpellet-Verbrennung ebenso wie für eine bessere Bezahlung ihrer Arbeit. Da ist mehr drin, wie die wirksamen Warnstreiks gezeigt haben“, unterstreicht Dagmar Brettschneider. „Wir stärken den Kollegen hier in Gelsenkirchen und Gladbeck den Rücken.“

Ermutigend: Am 15. Januar waren die Azubis an allen Standorten beim Auftakt dabei. Es verdient Respekt, dass die Kollegen entgegen aller Stimmungsmache den Warnstreik organisierten. Frechheit ist, dass Uniper mit einem Gerichtsbeschluss den Abbruch des Warnstreiks herbeiführte. Hätten sie ein akzeptables Angebot vorgelegt, wären die Heizungen warm geblieben!
Dass Uniper so reagierte, zeigt doch, dass der Konzern an einer empfindlichen Stelle getroffen wurde. Uniper verkündete im November 2018 etwas gesunkene Gewinnerwartungen, aber durchaus noch ‚in der Bandbreite der Erwartungen‘. Ihre Versprechen zu den Dividenden sind aussagekräftig genug: 310 Millionen Euro Ausschüttung 2018 an die Anteilseigner, satte 40 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Dividenden sollen sogar bis 2020 um 25 Prozent steigen.

AUF hat kein Verständnis für Krokodilstränen von Uniper: für Lohnerhöhungen ist genauso Spielraum wie für das sofortige Stopp der Ölpellet - Verbrennung. Für die weiteren Verhandlungen ab dem 25.1. wünscht AUF den Beschäftigten von Uniper viel Solidarität aus der Bevölkerung, für die wir uns mit einsetzen.“

monika gaertner engel webDer WAZ-Bericht vom Samstag, den 16.06. unter der Überschrift: „ZF wirbt in Witten um Mitarbeiter“ erweckt den Eindruck, für die ZF-Kollegen in Schalke Nord gäbe es gute Aussichten auf gleichwertige Arbeitsplätze in Witten. AUF Stadtverordnete Monika Gärtner-Engel ist der Sache nachgegangen: „Meine Nachfrage bei unserem AUF-Partnerbündnis AUF Witten ergab ganz andere Tatsachen: ZF Witten beschäftigt selbst über 70 Kollegen in Zeitverträgen; Azubis werden seit Jahren nicht übernommen; freiwillige Zahlungen wurden für mindestens 2 Jahre gestrichen usw.“

Große Plakate „ZF Witten verstärkt sein Team“ täuschen darüber hinweg, dass in Wirklichkeit lediglich 11 (!) weitere Stellen besetzt werden, wie ZF-Sprecher Herr Gernot Hein selbst mitteilt. Gärtner-Engel weiter: „Die Frage ist aufgeworfen, ob der ZF-Vorstand hier nicht Hoffnungen für die Schalke Nord Belegschaft auf Arbeitsplätze in anderen Werken wecken will, die nicht erfüllt werden – um die Belegschaft ruhig zu halten und einen Arbeitskampf mit trügerischen Hoffnungen im Keim zu ersticken. Nicht zuletzt soll offenbar aus der Arbeitsplatzvernichtung noch Nektar gezogen werden, indem die „Sahnestückchen“ aus den Belegschaften herausgezogen und die anderen dann eben arbeitslos werden/ allenfalls in eine Auffanggesellschaft kommen.“ Statt diesen Manipulationen aufzusitzen, ist AUF der Auffassung: Belegschaft, Gewerkschaft und Rat der Stadt sind gut beraten, den Kampf um die Arbeitsplätze, um den Erhalt des Werkes in Gelsenkirchen und der Lehrwerkstatt entschieden weiter zu führen. Der Unterstützung vieler kampferprobter Opelaner, Stahlarbeiter, Küppersbusch-Kollegen, der Kumpel und der Solidarität der Bevölkerung, können sich die ZF-Kollegen sicher sein!