AUF Neujahrskarte 2018 web

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden,
kann man Schönes bauen.

Johann Wolfgang von Goethe

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr 2017. AUF Gelsenkirchen wünscht freudige, schöne und erholsame Weihnachtsfeiertage. AUF Gelsenkirchen wünscht auch für 2018 ein erfolgreiches und ereignisreiches Jahr, weiterhin anregende Zusammenarbeit, zahlreiche Mitstreiterinnen und Mitstreiter und viele gemeinsame Erfolge bei den großen Herausforderungen dieser Zeit. Auf ein erfolgreiches gutes neues Jahr 2018!


 

Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Diskussion um das Volkshaus Rotthausen. Wir von AUF hatten vor 2 Monaten angemahnt, dass die Verwaltung endlich ein Renovierungs- und Nutzungskonzept vorlegen muss. Auf der letzten BV-Sitzung wurde einstimmig ein Sachstandsbericht der Verwaltung gefordert, auch um die Möglichkeit einer Finanzierung im Rahmen des Konjunkturpakets II zu prüfen. Seit dem Ortstermin im November 07 hatte die Verwaltung zunächst nichts unternommen, um eine Veränderung der absolut unbefriedigenden Situation zu erreichen.
Der jetzt vorgelegte Sachstandsbericht war allerdings keine wirkliche Antwort auf die Kritik, weil nur der notwendige Sanierungsbedarf von insgesamt 1,4 Mio. aufgezählt wird und die Notwendigkeit eines Gutachtens über den "labilen Baugrund" in Höhe von 41 000 € festgestellt wurde. Praktische Schritte und Möglichkeiten zur Lösung werden darin nicht aufgezeigt.

Ich habe dafür plädiert, zunächst über die Bedeutung des Volkshauses und ein Gesamtkonzept und Zielvorstellung zu sprechen:

Das Volkshaus ist ein bedeutendes Denkmal der Architektur und von großer Bedeutung für die Geschichte des Stadtteils und der Arbeiterbewegung. Es muss endlich instand gesetzt und sinnvoll genutzt werden.

Man kann darin die Stadtteilgeschichte lebendig machen, z.B. in einer Dauerausstellung oder kleinem Museum in der Eingangshalle.

Das Volkshaus muss zu einem Kristallisationspunkt für Kultur werden - so wie es auch in anderen Stadtteilen mit der Kaue oder Schacht Consol gelungen ist.

Das Volkshaus soll ein soziales und "Identitäts-stiftendes" Projekt werden. Bei der Grundrenovierung sollen arbeitslose Jugendliche, Arbeitslose und Handwerker aus dem Stadtteil einbezogen werden ("wir bauen an unserem Volkshaus"), statt ein weiteres sinnloses Investoren-Projekt wie beim Hans-Sachs-Haus zu schaffen. Vereine, Einzelpersonen, Denkmalschützer, Kulturschaffende können hierbei zusammenwirken.

Dafür muss sehr frühzeitig eine Bürgerbeteiligung verwirklicht werden, z.B. ein öffentlicher Workshop mit Bürgern, Vereinen, Nutzern, Fachleuten, Denkmalschützern etc.

Das Volkshaus soll auch nachhaltig zur Stadtteilerneuerung beitragen, so wie es auch im städtischen Bericht zur Stadterneuerung 2007 als Handlungsfeld gefordert wird.

Natürlich muss auch über die Finanzierung nachgedacht werden: über Denkmalschutz-Mittel, Konjunkturpaket II, Mittel zur Stadtteilerneuerung, auch über Sponsoren und unter Berücksichtigung von Eigenarbeit. Und schließlich wird ein gut genutztes Volkshaus auch viel höhere Einnahmen bringen.

Was den labilen Baugrund betrifft, so sollten hierzu auch noch andere Fachmeinungen eingeholt werden, bevor man wieder zig-tausende für Gutachten ausgibt. Von Herrn Ebel/Verwaltung wurde eingeräumt, das die aufgetretenen Risse nicht die Standsicherheit infrage stellen. Die weiteren Beiträge brachten Unzufriedenheit über die Situation und den Sachstandsbericht zum Ausdruck. Selbst an einer geregelten Hausmeister- und Reinigungstätigkeit mangelt es augenblicklich. Die Vereine haben zwar sehr günstige Mieten und müssen nichts für die Energie bezahlen. Für neue Gruppen ist es aber kaum möglich, die Räume zu bezahlbaren Preisen zu nutzen. Die SPD hat nach unserem letzten Vorstoß inzwischen das Thema Volkshaus in den Wirtschaftsausschuss eingebracht.
Der Kämmerer wies darauf hin, dass er juristisch kaum die Möglichkeit sieht, die nötige Grundrenovierung im Rahmen des Konjunkturpakets einzubringen. Die vorgesehenen Investitionen seien mit dem geplanten Volumen (2 ½ mal mehr als im gesamten Jahr 2008) für die Verwaltung bereits nur in einem Kraftakt zu schaffen. Und auch eine Förderung sei über eine energetische Sanierung wg. des Denkmalsschutzes nicht möglich. Evtl. gibt es durch eine Gesetzesänderung auf Bundesebene im Sommer 09 eine kleine Chance der Förderung.

Mein Eindruck: Es besteht nur begrenzt der Wille von der Verwaltungs- und Stadtspitze, hier etwas zu bewegen. Und es wird von dem politischen Druck abhängen, ob und wann endlich das Volkshaus auf der Agenda steht.

Weitere Themen:
  • Parkplatzsituation Leithestraße: Sowohl quantitativ, als auch qualitativ und vom Verhalten der Nutzer her ist die Situation unbefriedigend.
  • Zuschuss für Volkslauf Rotthausen (einstimmig)
  • Trainingsfeldbeleuchtung Sportanlage Dessauerstr. (einstimmig)
  • Beschwerden von Anwohnern der Hartmannstr.
  • und ein erneuter Überfall auf dem Rotthauser Friedhof stehen demnächst zur Diskussion.

Willi Mast


Bericht zur Sitzung der Bezirksvertretung Süd von Dr Willi Mast