Anna Bartholome Ausschnitt klein rgb KopieOffenkundig vom Profilierungsbestreben der CDU/FDP-Landesregierung getrieben, werden heute die Schulen wieder geöffnet. Oder drängen beispielwese Autokonzerne, dass Eltern wieder in die Betriebe können?

Jedoch: ohne verantwortungsvolle Vorbereitung werden die Schulöffnungen ein Spiel mit dem Feuer mit dem Risiko die Infektionsraten wieder hoch zu treiben,
Wochenlang haben sich die Schulbehörden im Corona-Shut-down befunden, bis heute gibt es keinen bundeseinheitlichen Hygieneplan für Schulen. Aber jetzt soll alles ganz schnell gehen.
Die Gelsenkirchener Schulen unternehmen die größten Bemühungen, um Hygienevorschriften einzuhalten, Abstände auszumessen, Lehrerinnen und Lehrer zu mobilisieren, Kommen und Gehen der Schülerinnen und Schüler zu regulieren.

200409 SoliaktionSeit über zwei Wochen singt, klappert und klatscht es aus den Fenstern der Hauptstraße 40 und Pastoratsstraße in der Nähe des Hauptmarkts jeden Abend um Punkt 18.00 Uhr zur Freude der Nachbarschaft auf Balkonen und an Fenstern und vieler Passanten. Das ist ein Solidaritätsgruß für Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern und Altenheimen, für Kassiererinnen im Supermarkt, Müllmänner, Feuerwehrleute,die "arbeiten, damit wir zuhause bleiben können".Es wird auch nicht an Kritik gespart, heute besonders gegen die angekündigte Schließung von Seppelfricke und Küppersbusch, womit über 200 Arbeitsplatze vernichtet würden. Heute waren bei der von AUF Gelsenkirchen initiierten Aktion auch Rotfüchse dabei von der Kinderorganisation des REBELL mit ihrem selbst gemalten Schild: "Rotfüchse sind Gesundheitskämpfer!"

Jan Specht bei Bergarbeiterdemo Essen IMG 1191Mir wird Angst und Bange, wenn ich höre, es gäbe keine Alternative als sich auf die Verantwortlichen zu verlassen. Wir erleben doch gerade, dass die 'Verantwortlichen' weltweit die Lage unterschätzt haben und vielfach den Rat von Experten in den Wind schlagen. In vielen asiatischen Ländern wurden ein ganzes Bündel an Maßnahmen ergriffen von Schutzmasken (die eben doch was bringen), Aufklärungskampagnen und schnellen Massentests - keinesfalls nur restriktive Maßnahmen. Den Leserbrief von Frau Gärtner-Engel als Halbwissen zu bezeichnen ist mehr als gewagt. Ihre Aussagen entsprechen im Wesentlichen dem von Experten vorgelegten vertraulichen Strategiepapier an die Bundesregierung.

In den USA wird schon offen zynisch darüber spekuliert, wieviel alte Menschen geopfert werden müssen, um die Wirtschaft nicht zu sehr einzuschränken. In Ungarn fahren Panzer. In Deutschland mehren sich drängende Stimmen, die Wirtschaft schnellstmöglich wieder hochzufahren.

In diesen Zeiten ist kritisches Denken gefragt und kein blinder Kadavergehorsam.

Diesen Punkt hatte Jan Specht als Stadtverordneter von AUF Gelsenkirchen für die Ratssitzung am 2.4.2020 beantragt. Doch er stand zunächst nicht auf der Tagesordnung.

„Ich war verwundert und nicht einverstanden“, so Jan Specht, „dass er weder von der Verwaltung vorgesehen war noch Anträge der Ratsmitglieder auftauchten – ich kann mir vorstellen, dass es auch von anderen Anträge dazu gab.

Die Corona-Pandemie ist das aktuell absolut drängendste Thema, was sich besonders auf die Kommunen auswirkt.

Bei aller Zustimmung zur konzentrierten Ratssitzung angesichts der besonderen Situation kann man dieses Problematik nicht aussparen.
Das stand auch im Widerspruch zur Möglichkeit, Punkte zu beantragen. Denn erst in der Ratssitzung wird entschieden, dass dieses Mal anders verfahren wird."
Inzwischen ist sowohl „Corona“ wie ein Beschluss über die Erstattung von Elternbeiträgen in den Kitas angesichts Corona aufgenommen und der Antrag somit erledigt. Gut so!

chris wilhelm web KopieHerr Detlev Schläger fordert uns in seinem Leserbrief auf, uns unbesehen und wie Kleinkinder bei den Corona-Maßnahmen auf die Verantwortlichen zu verlassen. Das finde ich für Demokraten gerade jetzt eine Bankrotterklärung. Beispiel: Die jetzt erlassenen Rechtsverordnungen und Allgemeinverfügungen der Landesregierung NRW zur Corona-Krise schränken massiv so ziemlich jedes Grundrecht ein, das wir Bürger haben. Das kann die Landesregierung gar nicht am Parlament vorbei beschließen – macht sie aber, hebelt das Parlament einfach aus. Noch so was: in Bayern ist sogar das Verlassen der eigenen Wohnung generell untersagt und nur in Ausnahmefällen erlaubt. Diese Ausgangsbeschränkung ist völlig unangemessen, denn damit wird gar kein Gesundheitsschutz betrieben, zudem massive Zunahme häuslicher Gewalt oder von Suiziden billigend in Kauf genommen. Zu Recht wird dagegen geklagt. Statt solche Grundrechte einzuschränken brauchen wir flächendeckende Tests zur Feststellung von Infekten und ihrer Quellen. Statt einfach alles hinzunehmen brauchen wir unseren kritischen Verstand und demokratischen Rechte auch im Kampf gegen die Corona-Krise.