Interessant in dem Zusammenhang, dass der Paritätische Gesamtverband vor zwei Wochen sein Jahresgutachten zur sozialen Lage in Deutschland vorgestellt hat. Er kommt darin zum Ergebnis, dass die Spanne zwischen Arm und Reich weiter gestiegen ist und dass es noch nie soviel Privatvermögen in Deutschland gegeben habe wie heute. Er kritisiert die Politik in Berlin für Fehlleistungen und Versäumnisse und stellt in Aussicht, dass die Armut in den nächsten Jahren weiter steigen wird. „Die Passivität der Politik, die bisweilen schon an sozialpolitische Ignoranz grenzt, ist erschreckend.“ (zit. n. FR vom 25.4.14) Leider spielten diese neuen erschreckenden Ergebnisse keine Rolle bei der Veranstaltung.

Diskussionsrunde des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes / Linke äußerten sich nicht


Rund 60 Besucher kamen zur Diskussionsrunde des „Paritätischen“ zum Thema „Soziales zählt“ in die Flora am Dienstag, den 6.5.14. Auf dem Podium nur Vertreter der in Fraktionsstärke im Rat vertretenen Parteien (SPD, CDU, Grüne, FDP und BBG). Bis auf Ralf Hermann (BBG) eine „ganz große Koalition“, in ihren Äußerungen kaum zu unterscheiden. Alle tun ihr Möglichstes, alle wollen das Beste

Alles prima oder was? Auf den ersten Blick vermittelt die aktuelle Arbeitslosenstatistik für Gelsenkirchen den Eindruck, als wäre alles prima: von einem leichten Rückgang der Arbeitslosen ist die Rede und neuen offenen Stellen. Fakt ist jedoch, dass im März 2014 49.723 Gelsenkirchener real arbeitslos oder unterbeschäftigt waren.


Immer wieder geht der OB Frank Baranowski mit der Botschaft herum, seit 2006 seien Jahr für Jahr 1000 Arbeitplätze geschaffen worden. Wie wissen  nicht in welcher Märchenstunde er zugehört hat, aber unsere war es  nicht: Im  10-Jahresvergleich wurde 7.451 Teilzeitarbeitsplätze neu geschaffen,aber 6.455 volle Stellen sind ersatzlos weggefallen. Aber das bedeutet doch, die Stundenanzahl, also das Arbeitsvolumen, ist beachtlich gefallen. Die Unterbeschäftigung in Gelsenkirchen nimmt zu. Folgende Zahlen der Arbeitsagentur Gelsenkirchen liegen für den März 2014 vor: Ca. 19.000 Arbeitslose bekommen Alg. 1 und  2.

„Ob von den Verantwortlichen nach der Übernahme der Gewürzmanufaktur Fortkamp & Wiegers mit den öffentlichen Geldern verantwortungsbewusst umgegangen wurde, muss aufgeklärt werden“, das ist die Meinung von Anton Lenz, sachkundiger Einwohner von AUF im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften.

Nach den bisher vorliegenden Informationen stelle sich seiner Meinung nach die Frage, ob die Insolvenz durch Inkompetenz oder Unregelmäßigkeiten verursacht wurde. Auch ein möglicher Zusammenhang zur Gefährdung weiterer Arbeitsplätze in Behinderteneinrichtungen des Werkvereins, insbesondere Hof Holz, sei aufzuklären. AUF hat beantragt, das Thema im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften am 6.2. zu behandeln; es wurde in den nichtöffentlichen Teil aufgenommen.