AUF antwortet auf Correctiv-Umfrage zur Kommunalpolitik

1. Wie wollen Sie die Innenstädte im Zentrum und in Buer weiterentwickeln? 

Angesichts der sinkenden Kaufkraft in unserer Stadt und den geänderten Bedürfnissen und Erwartungen der Bevölkerung muss vor allem die Aufenthaltsqualität im Zentrum und in Buer verbessert werden: durch ein vielseitiges und nicht nur kommerzielles, sondern auch kulturelles, künstlerisches Angebot. Ein positives Beispiel wäre das Cafe Stolzenfels mit seinem besonderen Angebot für Personen, die sich von einer kommerziellen Einkaufsmeile nicht unbedingt angesprochen fühlen.  Auch besondere handwerkliche Angebote und Werkstätten sind von Interesse für Leute die bummeln wollen. Zu einer Verjüngung und besseren Durchmischung der Bewohner und Besucher könnten auch der Rückbau von gewerblichen Geschäften und die Schaffung von Wohnraum beitragen. Die positiven Erfahrungen bei der Revitalisierung der Bochumer Strasse sollten genutzt werden, z.B. Zwischen- und Umnutzung von leerstehenden gewerblichen Räume. Gute Erfahrungen gibt es mit Veranstaltungen wie GE-Spania, Feierabendmarkt etc. 

2. Worauf wollen Sie den Fokus in der Bildungspolitik legen? 

Frühe Sprachförderung, Stärkung des Kita-Personals, Kampf um mehr Lehrpersonal, besonders aus dem Ruhrgebiet, Initiative für mehr migrantisches Lehrpersonal, intensiver Austausch um die besten pädagogischen Konzepte, striktes Handy-Verbot an Grundschulen, mehr Wert legen auf soziales Lernen. Kein Kind und keinen Jugendlichen zurücklassen! Mehr Wert auf Gesundheitserziehung und sportliche Aktivitäten legen. Sportvereine, Kulturschaffende, ehrenamtliche Kräfte stärker mobilisieren zur Unterstützung der Schulen, breite Sportförderung ausbauen – da kann sich auch Schalke 04 noch stärker beteiligen! Gegen einseitige Orientierung auf Schulleistungen, Potentiale der Kinder entwickeln! Sondervermögen für Bildung statt für Hochrüstung und Kriegsvorbereitung!

3. Wie wollen Sie das Müllproblem lösen? 

Noch mehr Personal für Gelsendienste allein löst das Problem nicht. Auch die Bewohner in den Stadtteilen müssen Mitverantwortung übernehmen gegen die Vermüllung und gegen Vandalismus, Null-Toleranz muss zur Regel werden. Häufigere Leerung von Altkleider- und Altpapier-Container auf Kosten der Verursacher (Internationale Online-Handelsmonopole). Erziehung zu Ordnung und Sauberkeit beginnt in den Familien, in der Kita und in den Schulen. Mit Aktionen wie für saubere Toiletten oder Mülldetektive kann man Kinder und Jugendliche mobilisieren. Profiteure und Hintermänner von Schrottimmobilien konsequent zur Kasse bitten. Manche Bürgerinnen und Bürger müssen noch konkreter aufgeklärt werden über die geltenden Regeln.

4. Wie wollen Sie Gelsenkirchener motivieren, konstruktiv Ideen einzubringen?

In einigen Stadtteilen gibt es gute Ansätze, um die Leute noch mehr und besser zu motivieren, selbst aktiv zu werden. Auch Einrichtungen wie die Ehrenamtsagentur sind wichtig. Bessere Sportförderung und Förderung von kulturellen Initiativen sind wichtig, um Potentiale von Jugendlichen zu fördern – entgegen einer gefährlichen Tendenz zu viel zu frühem und ausuferndem Konsum von digitalen und sog. „sozialen Medien“  – die oft zu psychischen Störungen und Vereinsamung führen.  Wir fördern Nachbarschaftsfeste, internationale Solidarität und offenes Mikrofon und Bürgerentscheide auf der Straße ebenso wie Bürgerinitiativen.

5. Was wollen Sie dafür tun, dass weniger Menschen in Gelsenkirchen in Armut leben? 

A und O ist die Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere im Umweltbereich, der Kampf gegen  Entlassungen, für höhere Mindestlöhne, Stornierung der finanziellen Altlasten der verarmten Kommunen und Neuregelung der kommunalen Finanzierung, damit endlich auch Großvermögen, Spekulations- und Konzerngewinne zur Finanzierung herangezogen werden. Kampf gegen die Umstellung auf Kriegswirtschaft, die den letzten Spielraum für kommunale Infrastruktur, Daseinsvorsorge und Selbstverwaltung infrage stellt. Breiter Einsatz von Teilhabe-Gutscheine für armuts-gefährdete Familien und Kinder und kostenlose Angebote z.B. für Zoom, Theater, Musikschule, Freibadbesuch (der inzwischen für viele Familien nicht mehr bezahlbar ist…)