Anna BartholomeDie Sondersitzung des Bildungsausschusses hat am 6.12.17 – zusammen mt den Bezirksvertretungen Ost und Mitte - einen fatalen Beschluss gefasst, der zu regelrechten Ghettoschulen für Flüchtlings- und Zuwandererkinder führt.
20 so genannte IFÖ-Schulklassen mit Kindern, die noch gar kein Deutsch können, sollen in zwei alte Schulen regelrecht abgeschoben werden.
Dafür soll die Grundschule Bickernstraße der Mulvany-Realschule und das Schulgebäude Surressestraße der Gesamtschule Erle zugeordnet werden.
Die bildungspolitische Sprecherin von AUF Gelsenkirchen, Anna Bartholomé, protestierte energisch gegen diese Pläne: „Das ist eine Kehrtwende um 180 Grad gegenüber einer Schulpolitik der Stadt Gelsenkirchen, womit seit 2015 die Einrichtung von mittlerweile über 150 IFÖ-Klassen mt erheblichen Anstrengungen in vorhandenen Schulen verwirklicht wurde. Mit großem Engagement von Lehrern, der Hilfe auch von Eltern können die Kinder wenigstens auf dem Schulhof, beim Essen, im offenen Ganztag, beim Sport usw. mit schon länger hier lebenden Schüler*innen zusammenkommen, Deutsch lernen, ihre nicht selten traumatischen Fluchterfahrungen verarbeiten. Wie anders soll denn Integration gelingen – doch gewiss nicht, wenn man diese Kinder in Schulgettos steckt.“

Auch seitens der Grünen wurde das Konzept grundsätzlich kritisiert, die CDU-Fraktion lehnte es ebenfalls ab und forderte eine Aussetzung des Beschlusses zur weiteren Beratung, Kritik kam auch von Vertreterinnen der Stadtelternschaft und der katholischen Kirche.

Aber mit der Stimmenmehrheit der SPD – und mehr als fadenscheinigen Argumenten von der „Alternativlosigkeit“ – wurde der Beschluss durchgewinkt.

Dabei lagen Alternativen auf dem Tisch. Der nicht zu bezweifelnde Bedarf an mehr Schulräumen könnte beispielsweise auch so geregelt werden, dass in den Außenstellen Regelklassen mit IFÖ-Klassen vermischt untergebracht werden.
Beschönigt wird die Einrichtung der „Ghettoschulen“, dass das ja nur ein „Übergang“ sei.

Anna Bartholomé warf im Ausschuss kritische Fragen auf: „Wie können Sie denn davon ausgehen, dass diese Schulen wieder überflüssig werden? Rechnen sie etwa damit, dass mehr Flüchtlingsfamilien abgeschoben werden, wie es zur Zeit klammheimlich mit immer mehr albanischen Familien passiert und dass auf diese Weise der „Bedarf“ gesenkt wird? Die Welt sieht nicht so aus, dass es weniger Fluchtgründe für Familien gibt und unsere Verantwortung ist es, dafür zu sorgen, dass besonders die Kinder in eine gutes neues Zuhause hinein finden.“