Bogestra 507Der VRR erhöht zum 1. April 2016 (leider kein Aprilscherz!) den Preis für das Sozialticket innerhalb von vier Monaten zum zweiten Mal - gegenüber Dezember 2015 um 12% auf 34,75€. Die SPD Gelsenkirchen, die mit Axel Barton im Aufsichtsrat des VRR sitzt, begrüßte dass die Gründe für die Erhöhung, die alternativlos seien, vom VRR im Ausschuß für Arbeit und Soziales am 9. März 2016 erklärt wurden und schmetterte mal wieder jede Kritik an Hartz IV, das im Regelsatz nur 25,45€ für Verkehr/Mobilität vorsieht, ab. Eine "gigantische" Erhöhung um ganze 31 Cent, während der Preis des Sozialtickets um 3,85€ steigt. Gegenüber dem Regelsatz fehlen 9,30€, die die Hartz IV-Bezieher aufbringen müssen, indem sie in anderen Bereichen weniger ausgeben.

Ulja Serway von AUF Gelsenkirchen sprach sich klar gegen die Preiserhöhung des Sozialtickets aus, forderte über die Einführung eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs zu diskutieren - der aus sozialen und ökologischen Gründen dringend angebracht ist. Schätzungen gehen davon aus, dass das bundesweit 12 Milliarden Euro kosten würde - ca. ein Drittel der Ausgaben des Bundes 2016 für Bundeswehr und Rüstung. Die Verkaufszahlen des Sozialtickets haben sich erhöht. Umso absurder war das Erklärungsmuster des VRR-Vertreters. Auf Grundlage von Marktforschungsergebnissen wird ein Defizit genannt Förderbedarf berechnet, das dem VRR entstehen würde gegenüber dem, wenn die Kunden Einzel- oder Vierertickets kaufen würden. Der VRR hat mehr Sozialtickets verkauft und bekommt 2016 sechs Millionen Euro mehr Förderung vom Land. Da der "errechnete" Fehlbetrag pro Abo-Kunde zusammengerechnet wird, erhöht sich nach VRR-Logik der errechnete Fehlbetrag je mehr Sozialtickets der VRR verkauft. Mehr Verlust trotz höherer Einnahmen und gleichbleibender oder niedrigerer Ausgaben - mehr Leute wurden nicht eingestellt, keine zusätzlichen Busse und Bahnen eingesetzt und die Energiepreise sind allgemein gesunken. Es wird behauptet, dass die meisten Sozialticket-Käufer vorher andere VRR-Abos gehabt hätten, konkrete Zahlen wurden auf Nachfrage von AUF aber nicht genannt.