(Bericht aus dem Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz vom 10.3.2016, Dagmar Brettschneider)

hospital 423751 640Das war gemeinsamer Tenor über alle Parteien hinweg. Der Krankenhausrahmenplan der Landesregierung sieht einen weiteren Abbau von Krankenhausbetten vor, eigentlich sollte er in 2016 schon umgesetzt sein. Aber die Wirklichkeit widerspricht vehement den Planungen, referierte Herr Herdt von der Ärztekammer Westfalen - Lippe. In Gelsenkirchen liegt die Auslastung der Betten schon bei 86,2%( im NRW Durchschnitt bei 76,1%). Das heißt für die Gelsenkirchener: es kann passieren, das ein Rettungswagen von einem Krankenhaus zum andern geschickt wird, z.B. wenn in der Leitstelle noch ein freies Bett gemeldet wurde, aber schon während der Meldung durch eine notwendige Akutaufnahme aus der Ambulanz belegt wird.

Die Überbeanspruchung vom Pflegepersonal und Ärzten versteckt sich hinter den Worten Fallanstieg, kürzere Verweildauer und gestiegene Auslastung, die in GE besonders hoch sind. Allein das Bergmannsheil, wo die Schließung der Urologie von den Krankenkassen im Gespräch ist, versorgte 2015 22000 Patienten, 4500 Kinder in der Pädiatrie, die Urologie versorgte 350 Kinder operativ. Doch das sind nur Zahlen - dahinter stehen Kranke und ihre Familien, die unbedingt medizinisch versorgt werden müssen. Und wäre es nicht ein wichtiges Ziel einer fürsorglichen Landesregierung und unserer Krankenkassen , eine höhere Lebenserwartung in Gelsenkirchen anzustreben - denn die ist hier vergleichsweise zu Münster um 30% niedriger.

Gemeinsame Konsequenz im Ausschuss war: bei wachsender Bevölkerung in der Stadt darf kein stationäres Bett wegfallen, die Urologie muss bleiben und psychiatrische, geriatrische und pädiatrische Versorgung muss ausgebaut werden! Die Landesregierung muss ihre Kürzungspläne aufgeben. Gefordert wird eine für jedermann ausreichende Gesundheitsversorgung.