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Rede zum 10. Geburtstag von AUF Gelsenkirchen zur Veranstaltung am 15.8.09

10 Jahre AUF-Gelsenkirchen
Liebe Geburtstagsgäste von AUF Gelsenkirchen!

Vor 10 Jahren - 1999 – wurde AUF Gelsenkirchen gegründet. Das AUF Baby hat inzwischen unübersehbar Laufen gelernt!
In diesen 10 Jahren wurde uns nichts geschenkt, alles musste erkämpft werden. Wir haben die Herausforderung angenommen - darauf sind wir stolz. Herzlichen Glückwunsch an uns alle dafür! AUF entstand aus zwei Initiativen in Gelsenkirchen, die sich dann zu einer gemeinsamen Programmatik, Grundsätzen und Kandidatur entschlossen.
Das war die Gruppe rund um Günter Keller mit vielen Migranten und Leuten aus betrieblichen Aktivitäten wie bei Geldbach oder Berchem und Schaberg... und dann Hans Rüther, Kumpels, Arbeiter aus verschiedenen Gelsenkirchener Betrieben, Leute von der MLPD.
Die Auseinandersetzungen um eine Zusammenarbeit war schon damals ein Kernthema: Wer wirkliche Veränderungen will, wird Leute, die über den Kapitalismus hinaus denken - wird Leute aus der MLPD nicht ausschließen, sondern bewusst ins Boot holen. Diese Position hatte Erfolg: Wir kamen im selben Jahr mit gleich zwei Mandaten in den Stadtrat.
Über die ganzen Jahre hat uns das unverwechselbare Profil unserer Grundsätze - Überparteilichkeit, Demokratie, finanzielle Unabhängigkeit und demokratische Streitkultur - eine sichere Orientierung gegeben.

Sie wurden zum Geheimrezept des Erfolges. Über die Stadtgrenzen hinaus wurden so auch andere zu dieser Art der zukunftsweisenden kommunalen Selbstorganisation angeregt.
Entsprechend „begeistert" war die Reaktion der etablierten Parteien gegenüber AUF.

Unvergesslich die erste Sitzung des Rates, in der überraschend „Grundsatzerklärungen" von den etablierten Parteien auf die Tagesordnung gesetzt wurden. Alle waren sich einig in dem, was der damalige CDU Fraktionsvorsitzende Schulte auf den Punkt brachte: „ AUF ist so unnötig wie ein Kropf! Spätestens bei der nächsten Wahl wollen wir die nicht mehr im Rat haben!" Das ging - wie so manches andere CDU-Projekt in Gelsenkirchen -gründlich daneben!
1999 war die Situation einer sprunghaften Abkehr von den bürgerlichen Parteien. In NRW hatten die Leute insbesondere die Nase voll von der Arroganz und dem Filz der SPD. Als Ausdruck dieses Prozesses entstanden viele neue oppositionelle Gruppen.
Die Gerichte mussten dem mitten im Wahlkampf Rechnung tragen mit dem Fall der 5% Klausel bei Kommunalwahlen in NRW. Doch im Grunde haben die Herrschenden sich damit nie abgefunden.

Schließt das doch die Anerkennung, ja Respekt vor neuen Gruppen ein, die sich in Opposition gegen die großen etablierten Parteien formieren. Solange sich die Leute abwenden und sich in Resignation, Verbitterung, Suff oder Drogen „trösten", schert das die Herrschenden wenig. „Problematisch" wird es für sie, wenn Leute sich organisieren und dauerhaft einer kämpferischen Opposition oder sogar gesellschaftskritischen Ideen zuwenden.

Und genau das ist passiert!

Ein deutlicher Ausdruck davon ist die Veränderung der Parteienlandschaft. Alle großen bürgerlichen Parteien verzeichnen einen deutlichen Mitgliederschwund. Die Mitgliederzahlen der SPD in Gelsenkirchen sanken von etwa 12.000 in den 1970 er Jahren auf knapp über 4000 und laut WAZ (12.6.2008) denkt derzeit jedes dritte Mitglied über Austritt nach.
Der Gelsenkirchener SPD-Vorsitzende Dieckmann klagte letzte Woche in der WAZ geradezu Mitleid erregend über die gedrückte Stimmung in der SPD. Die CDU hat noch 1200 Mitglieder in Gelsenkirchen, in NRW verlor sie 4 %, die GRÜNEN und die FDP jeweils 2 %. Talfahrt der SPD, ohne dass die CDU wirklich davon profitieren kann.
Oder wie bei der Europawahl: leichte Anstiege der SPD gegenüber dem historischen Tiefststand der letzten Wahl - ohne dass die CDU ernsthaft davon profitieren kann.

Die Linkspartei entstand und boomte zeitweilig.

Charakteristisch für die Neuorientierung ist auch die Neugründung von Gruppen wie BIG, nach dem die Migranten-Vertreter im Integrationsrat von den etablierten Parteien arrogant, wie die dummen Jungen behandelt wurden.
Wer aber meint, dass die bürgerlichen Parteien etwas aus dem Erosionsprozess ihrer Basis lernen: weit gefehlt! Im Gegenteil ist Gelsenkirchen eine der restriktivsten Städte gegen die neu aufstrebenden so genannten „kleinen Gruppierungen" wie AUF. Baranowski macht sich landesweit dafür stark, zumindest wieder eine 2,5% Klausel einzuführen. 10 Jahre AUF-Gelsenkirchen

Während in vielen Städten völlig frei zum Kommunalwahlkampf plakatiert werden kann, haben wir in Gelsenkirchen eine angeblich „abgestufte Chancengleichheit". Diejenigen, die den größten Mist in der Politik gebaut haben, dürfen auch die größten Werbeflächen in Anspruch nehmen: CDU und SPD.

In der WAZ dürfen sich täglich die Kommunalwahlkandidaten der Bundestagsparteien in Wort und Bild ausführlich darstellen. AUF erhält ganze 3 Zeilen! Auf den Stimmzetteln muss man AUF mit der Lupe suchen!
Allein mit dem Argument, dass sie im Bundestag sind, dürfen FDP und Linke, die bei der letzten Kommunalwahl auch genauso wie wir um die 3% erzielte, fast dreimal soviel Plakate aufhängen wie wir. Das akzeptiert AUF Gelsenkirchen nicht!
Deshalb haben die Vorstandssprecher am 14.8. einen Antrag auf einstweilige Verfügung eingereicht, damit wir demnächst noch einmal 200 weitere Plakate aufhängen können. Also lauft euch schon mal warm dafür!

Wenn wir diese Klage führen, dann geht es um viel mehr als um ein paar Plakate. Wenn wir um sie kämpfen, dann kämpfen wir um unsere demokratischen Rechte und Freiheiten. Das ist ein Kampf, der seit den ersten Gehversuchen von AUF zu uns gehört!

Von Anfang an sahen wir uns in Rat und Medien grober Verunglimpfung, Unterdrückung und Einschränkung unserer demokratischen Rechte und Freiheiten ausgesetzt. Ratsgruppen hatten zunächst kaum Rechte; uns wurde das Mikrophon abgedreht, wir wurden von Anfang an gemobbt; die Ratsuhren zum Abstoppen der Redezeit entwickelten ein seltsames Eigenleben; mehrfach wurden wir kriminalisiert und vor den Kadi geschleppt; es wurden undemokratische parallele Strukturen von und für die bürgerlichen Fraktionen aufgebaut und dafür sogar extra die Fraktionsgelder aufgestockt! Diskussionen wurden abgewürgt!

Sämtliche Vorschläge von uns für eine breite Bürgerbeteiligung landeten im Papierkorb. Mit all diesen Methoden merken die Etablierten gar nicht, welche Blöße sie sich im Grunde damit geben:

Sie sind nicht in der Lage in der offenen Auseinandersetzung mit uns fertig zu werden. Deshalb agieren sie wie die Heckenschützen aus dem Hinterhalt und bringen nicht viel mehr als Intrigen gegen uns zu Stande!

Nur: damit können sie bei den Leuten allenfalls Vorbehalte gegen uns schaffen. Überzeugen oder gar begeistern kann man mit so einer Politik nicht! Drastisch erleben wir das in diesem Wahlkampf. Nach der fulminanten Losung „Gelsenkirchen! Hier leben wir" sind inzwischen auch diese Plakate mit Frank Baranowskis Konterfei überklebt.
Wenn die SPD schon inhaltlich so wenig zu bieten hat, dann soll wenigstens der als Sunny boy geltende Franky, auch genannt Schwiegermutters Traum die Kohlen aus dem Feuer holen! Moers erhielt in den letzten Tagen eine inhaltliche Ergänzung mit der dramatisch überzeugenden Losung: „ Wollen. Können. Machen." Was sie wollen, können, machen - das verrät der Banker von der WestLB wohlweislich lieber nicht!

Kurzum: der Wahlkampf von AUF Gelsenkirchen hebt sich bunt, inhaltlich, kämpferisch und argumentativ unübersehbar von dem „schreienden Mausgrau" der anderen Parteien ab! Damit sind wir genau auf dem richtigen Weg und mit unserer angriffslustigen, polarisierenden Wahlkampfführung als die „Rebellen von AUF" treffen wir auf das Bedürfnis vieler Menschen, die die Politik der bürgerlichen Parteien satt haben.

Liebe Freundinnen und Freunde,
Auf den ersten Blick könnte es so scheinen, als ob die Stadt in Sachen Arbeitslosigkeit, Armut und Verschuldung besser dasteht als vor einigen Jahren. 2005 lag selbst die offizielle Arbeitslosigkeit im Hauptamt Gelsenkirchen bei 30% - heute bei 16%. In Wirklichkeit sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sogar angestiegen - und wurden allenfalls statistisch und mit Hilfe der Hartz Gesetze wegmanipuliert!

Schauen wir genauer hin:
Es gibt knapp 19.000 (18 988) Arbeitslose im Juni 2009 - und fast 30.500 (30 493) Arbeitssuchende! Die Arbeitssuchenden - dazu gehören z.B. Langzeitarbeitslose über 58 -erscheinen nicht vollständig in den Arbeitslosenstatistik - sind aber die tatsächlich fehlenden Arbeitsplätze!
Inzwischen sind 7 790 Gelsenkirchener in 1/1,50 Euro Jobs sowie in verschiedenen Beschäftigungs- und Qualifzierungsprogrammen untergebracht. Auch sie werden offiziell nicht mehr als arbeitslos gezählt - Ergebnis der Hartz Gesetze. Arbeitslose, 1-Euro-Jobber und Leute in Qualifikationsmaßnahmen ergeben zusammen 26 778 real Arbeitslose, das sind 23,7% der abhängig Beschäftigten in Gelsenkirchen!

In Verbindung mit dem Abbau von Sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und. der extremen Ausdehnung von Minijobs usw. sind von den 70.000 Beschäftigten insgesamt 23 500 Unterbeschäftigte! Mit Arbeitslosen und Unterbeschäftigten zusammen sind 44,5 Prozent in Gelsenkirchen arbeitslos oder unterbeschäftigt.

Das ist fast jeder Zweite!

So sehen die angeblichen Erfolge in der Arbeitsmarktpolitik in Wirklichkeit aus. Dieser Tatsache stehen lächerliche 3 766 „offene" Stellen bei der Arbeitsagentur GE zur Verfügung - und davon sind auch noch 73% 1-Eurojobs! In der Stadt Gelsenkirchen sind im Juni nur 324 ungeförderte Stellen, also echte Arbeitsplätze gemeldet.
Gleichzeitig wurde der Niedriglohnsektor erheblich ausgebaut, Hartz IV eingeführt und die Lage am Lehrstellenmarkt ist dramatisch: Die Zahl der Lehrstellen ist gegenüber dem letzten Jahr um 30% zurückgegangen und schon rein rechnerisch kann nur jeder zweite Lehrstellenbewerber eine Lehrstelle bekommen.

Fazit:
Die Lage hat sich nicht entspannt, sondern im Gegenteil strukturell verschärft. Die Aussage in unserem Wahlprogramm wird für die nächsten Jahre eine zukunftsweisende Bedeutung haben:

„Wir meinen:
Der Kampf der Arbeiter und Angestellten ist der wichtigste Faktor zum Erhalt und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze."
und
„Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich - die Arbeit muss auf mehr Schultern verteilt werden zu Lasten der Unternehmergewinne."
Die Situation in Gelsenkirchen erfordert dringend und in Zukunft noch mehr die kämpferische kommunale Interessenvertretung und überparteiliche Selbstorganisation, sowie ein Sprachrohr der Bevölkerung in Rat, Ausschüssen und Bezirksvertretungen

10 Jahre AUF-Gelsenkirchen

Liebe Freundinnen und Freunde!
Inzwischen haben wir 10 Jahre erfolgreiche Politik vor Ort gemacht. Ich will euch nur einen kleinen Ausschnitt vorstellen:




1999
  • Forderung nach Gewährung von Zuschüssen für Gruppen und Einzelmandatsträger.
  • Bestellung von fraktionslosen Ausschussmitgliedern.
  • Ratseinführungsfeier mit selbst mitgebrachtem Sekt.
  • Unterstützung der Bürgerinitiative gegen die Ortsumfahrung Rotthausen

2000
  • Angesichts der geplanten Schließung der Zeche Hugo fordert AUF einen Untersuchungsausschuss zum gescheiterten Besucherbergwerk
  • Erstes Internationales Kinderfest
  • Beginn der Unterstützung der Mieter im Tossehof
  • Aktionstag gegen Arbeitslosigkeit und Arbeitplatzabbau
  • Kampf um den Erhalt der Kleingartenanlage Bismarck

2001
  • Aktionstag Rote Karte für den Haushalt und gegen EX OB Wittke der an E.on im vorauseilenden Gehorsam 60 Mio. DM überwies.
  • Erfolg gegen die Kündigung von Gerd Buckler gemeinsam mit der 1999 gegründeten Initiative Kumpel für AUF.
  • Orstumfahrung Rotthausen im März 2001 gestoppt.

2002
  • Kampf um den Erhalt des Jugendheimes Diesterweg.
  • Erfolg im Kampf um die Auflösung des Übergangsheims Seestraße.
  • Kampf um den Erhalt der Kindertagestätte Cranger Strasse und Urnenfeldstrasse.
  • Ablehnung des cross border leasing Vertrages Schulen.

2003
  • Kampf um den Erhalt der Attraktivität der Karl-Meyer Strasse.

2004
  • Tribunal „Warum ist das Besucherbergwerk gescheitert."
  • Protest gegen die Giftliste für 16 Mio. Einsparung im öffentlichen Haushalt
  • Erfolg vor dem OVG. Städte dürfen Gruppierungen vergleichbare Rechte wir Fraktionen geben. OB Wittke kassierte damaligen Ratsbeschluss zu Unrecht
  • 6. kommunalpolitischer Ratsschlag im Ratssaal
  • Durchführung des Seminars der Kryo Recycling Initiative im Ratssaal
  • Mitbegründung der Montagsdemonstrationen weg mit Hartz IV
  • Nach der Kommunalwahl zieht AUF wieder mit 2 Leuten in den Rat ein und bildet mit der PDS eine Fraktion.
  • Vaillant Schließung muss vom Tisch, Forderung nach Erhalt der Frauenarbeitplätze

2005
  • großer Erfolg der Mieterinitiative Bauverein für die Sanierung der Wohnungen.
  • Kampf gegen die behindertenfeindliche Haltestelle der U 17
  • Erster Erfolg für die Einkaufsmeile Karl-Meyer-Strasse
  • Gemeinsame Aktion von Grabeländern gegen Terra Nova

2006
  • WM - Welt zu Gast bei Antifaschisten
  • Protest gegen den Schulentwicklungsplan - von 49 sollen nur 30 Grundschulen überbleiben.
  • Forderung nach Mieterbeteiligung bei der Sanierung im Tossehof gegen die Vernichtung von preiswertem Wohnraum.
  • Erfolg gegen das geplante Bordell statt des gescheiterten Großmarktprojektes. Die Stadt zieht ihre Pläne zurück.
  • Durchführung einer alternativen Stadtrundfahrt zur Stadtbaukultur
  • 10.000 Unterschriften im Bürgerbegehren Hans Sachs Haus

2007
  • Protest gegen die Absenkung der Mietobergrenzen für HARTZ IV Empfänger
  • Unterschriften gegen die WAL MART Schließung

2008
  • Protest gegen die Vergabe der Räume im Schloss Horst an Pro Gelsenkirchen
  • Einweihung des neues Büro im Bezirk West
  • Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze bei Küppersbusch
  • Protest gegen den Ausbau der B224 durch das Naturschutzgebiet Heege und
  • gegen die die Norderweiterung vom BP in Landschaftsschutzgebiet.
  • Öffentliches Brunch-In auf dem Elisabeth Platz
  • Kampf gegen die Schließung der Zeche Lippe und aktive Mitarbeit beim Internationalen Bergarbeiterseminar, initiiert durch Kumpel für AUF

2009
  • Forderung nach dem sofortigen Ausstieg aus den CBL-Verträgen
  • Protest gegen die Schließung der Notfallpraxis.
  • AUF fordert Maßnahmen gegen MRSA (multiresistente Keime)
  • Teilnahme am Karnevalsumzug Erle mit Schutzschirmspektakel.
  • Kampf gegen die Wahlbehinderungen für die Umsetzung des Falls der 5% Klausel


Der Kampf um das Hans Sachs Haus

Mit einer der wichtigsten Erfolge von AUF Gelsenkirchen ist der Kampf gegen das Millionen Grab der Hans-Sachs-Haus Sanierung.
Mittlerweile seit 9 Jahren wird hier beispielhaft durch die Stadt versucht „investorengerechte" Politik zu machen. Anfang 2001 verkündet Ex-OB Wittke die Sanierung des HSH als privatwirtschaftliches Modell. Damit war Gelsenkirchen federführend dabei, PPP Projekte im kommunalen Hochbau einzuführen.

Das war verbunden mit der einschneidenden Verlagerung von Entscheidungen an private Berater durch teure Beraterverträge.

Damit haben Investoren Zugriff auf kommunales Eigentum. Dieses Modell hat natürlich für Investoren bundesweite Bedeutung - ein Scheitern ebenfalls.
Nur so lässt sich der erbitterte Widerstand auf allen Ebenen von Politik, Verwaltung, Medien und Justiz gegen unsere Aktivitäten erklären.
Das war uns natürlich nicht in der Tragweite bewusst als wir den Kampf vor 9 Jahren begannen. Bereits unsere unschuldige Frage noch vor Abschluss des Vertrages, welche Kosten zur Sicherung des Brandschutzes relevant seien, war ein Stich ins Wespennest.

Im Verlauf der folgenden 8 Jahre gelang es beispielhaft alle Bestandteile unseres Leitziels in der Praxis alternativ, unabhängig und fortschrittlich umzusetzen.

Alternativ lehnten wir grundsätzlich gegen die Stimmen von CDU/SPD/ FDP/ Grünen und damals auch noch gegen die PDS die bedingungslose Unterwerfung unter den Knebelvertrag ab.
In einer grundsätzlichen Analyse prognostizierten wir 2002 ein finanzielles Desaster und setzen uns in der Folgezeit mit dem Vertrag, den Bedingungen und Hintergründen dazu auseinander. In 100ten von Stunden wurden Akteieinsichten durchgeführt und die Ergebnisse verständlich in Broschüren und Flugblättern dargelegt.
Gleichzeitig machten wir Vorschläge zur Kostenreduzierung, zur Entwicklung von Modellen mit Arbeitsplatzbeschaffung, zur Förderung des Mittelstandes und zur Einbeziehung der Bürger, insbesondere von Arbeitslosen und Jugendlichen.
Innovativ und strikt überparteilich initiierten wir 2006 das erste Bürgerbegehren Gelsenkirchens und es gelang, federführend mit Professor Roland Günter, daraus eine bundesweite Fachleutebewegung zu machen gegen den kulturlosen Beschluss des Rates das Hans-Sachs-Haus für den Bau eines Parkplatzes abzureißen.
Unabhängig von Interessen der Investoren aber auch von der ausschließlich eigenen wahlpolitischen Interessen wurden alle Kräfte angesprochen.
Es gelang, alte Grabenkriege in Gelsenkirchen zwischen politischen Gruppierungen zu beenden und eine konstruktive Zusammenarbeit zu verwirklichen.
Den Fortschritt erstritten wir uns, indem wir lernten den kulturhistorischen Schatz der Stadt zu entdecken nämlich Alfred Fischers Idee zum Bürgerhaus sowie die Orgel zu würdigen und Vorschläge für die Umsetzung in die heutige Zeit zu machen.

Im Kommunalwahlkampf 2004 entwickelten wir die Idee des Bürgerhauses.
Offensichtlich waren das alles hervorragende Vorschläge, denn Zug um Zug eignete sich die Stadtspitze alle Vorschläge an unter der Rubrik „alles von uns" an.

Wir stärkten uns im Mobbing-Dickicht der Unverschämtheiten im Rat und in den Ausschüssen.

Wir initiierten den ersten Untersuchungsausschuss auf kommunaler Ebene.

Nicht zuletzt erstritten wir juristisch die Umsetzung der Gemeindeordnung.
Nämlich das die Ratsvertreter das Recht haben, die Verwaltung zu kontrollieren.

Monika Gärtner-Engel wurde 2005 vom Vorwurf des Geheimnisverrats freigesprochen. Seit dem Hamburger Urteil galt auch juristisch abgesegnet als wahr: „Millionen Euro fließen am Rat vorbei in die Taschen des Investors".
Breite Bürgerbeteiligung wurde durch das Bürgerbegehren und 2007 durch den Bürgerwettbewerb von AUF verwirklicht.

Zugleich bügelte die Justiz durch alle Instanzen das Recht von Bürgerinitiativen ab, in grundsätzlichen Fragen aktiv zu werden. Was jedoch heute noch mehr als zu Beginn des Projektes die Menschen aufbringt, ist die Verantwortungslosigkeit der Politiker, die Geld verschleudern auf Kosten der Steuerzahler. 40 Mio. Euro für eine Bauruine in einer Stadt wie Gelsenkirchen - und OB Baranowski kommentiert das mit „leider konnte kein Verantwortlicher ausgemacht werden".

Beharrlich wie wir sind, finden wir uns damit nicht ab. Daher ist Bestandteil unserer Wahlkampfes gemeinsam mit einer Klägergemeinschaft Anzeige gegen die Verantwortlichen zu erstatten. Unterstützt die Klägergemeinschaft. Auch heute könnt ihr hier unterschreiben!


Unsere weiteren Markenzeichen
Ausgehend von unseren Zielen 1999 haben wir uns in den letzten 10 Jahren unsere Markenzeichen erarbeitet.
Immer mehr städtische Leistungen werden privatisiert.
Ob die Vergabe der Müllentsorgung an Clean Away, die Ausgliederung der städtischen Putzfrauen, oder der Verkauf des Kanalnetzes im Rahmen von cross border leasing. Mittlerweile werden sogar die Entscheidungsgremien der Stadt privatisiert im Rahmen von sogenannten Beraterverträgen.

AUF ist konsequent gegen eine derartige Privatisierung, die nur der Gewinnmaximierung dient, und im Grunde eine Auflösung der kommunalen Selbstverwaltung bedeutet.
Wir wenden uns aber ebenso gegen eine Profit orientierte Führung kommunaler Betriebe!


 AUF ist konsequent gegen Rechts
Ob bei der Unterstützung der Initiative „ die Welt zu Gast bei Antifaschisten" anlässlich des NPD Aufmarsches bei der WM. Oder bei der Aktion gegen Pro Gelsenkirchen im Ratssaal oder beim Protest gegen das treffen im Schloss Horst. Auch heute ist nicht zu unterschätzen, das viele Menschen Rechts wählen in dem Glauben sie wählten damit Protest.
Dabei halten wir es für grundlegend, den Kampf gegen rechts mit allen Kräften bis hin zur CDU gemeinsam zu führen.


AUF ist innovativ
Dem Vorwurf wir seien nichts weiter als eine Fundamentalopposition die nur Sand ins demokratische Getriebe schmeißt, haben wir 10 Jahre Sacharbeit und positive Vorschläge entgegenzustellen. Demgegenüber ist die Zahl der Anträge und Vorschläge die wir im Rat einbrachten und die entweder abgeschmettert wurde oder schlicht nicht zugelassen wurde mittlerweile unzählbar.


AUF ist Sprachrohr für die Menschen
Das beinhaltet sich an deren Lebensfragen in der Kommune zu orientieren. Das ist zugleich Absage an das auch von der SPD formulierte Ziel „Konzern Stadt".
Damit wäre OB Baranowski Konzernchef und wie die mit Menschen umgehen, bekommen wir gerade in diesen Monaten drastisch vor Augen gehalten.
Und kompetentes Sprachrohr zu sein, mussten wir uns im Dschungel von Ratsvorlagen, Bürokratie und jeder Menge Mobbing zurechtfinden. Rund um unsere „k.o.-Runde" arbeiteten unsere Stadtverordneten, Ausschussmitglieder, Vorstand und Mitglieder intensiv zusammen, erfuhren Ausbildung und Rückendeckung, um kompetent in Rat, Ausschüssen und Bezirksvertretungen tatsächlich Sprachrohr sein zu können.

Die Menschen der Stadt sehen wir als die Träger der Demokratie und deshalb ehren wir jährlich unerschrockene Bürger bei unserer Jahresabschlussfeier.


AUF ist karnevalistisch
In dieser Frage war ein harter Kampf gegen alle eingefleischten Antikarnevalisten auszufechten. Heute ist AUF im Erler Zug als einzige Kraft, die witzig die Politik aufs Korn nimmt nicht mehr wegzudenken.


AUF ist überparteilich
Überparteilich - das heißt jeder kann mitarbeiten außer Faschisten, Doppelmitgliedschaften sind möglich.

Wir arbeiten strikt an kommunalen Fragen zusammen. Daher war es konsequent, 2004 die Fraktion mit der PDS einzugehen, was in AUF durchaus umstritten war. Trotz aller Differenzen, diese Arbeit hat sich bewährt und war ein Trendsetter in der Region.
Jedes AUF Mitglied, jeden, der mit AUF zusammen arbeitet und jeden, der grundsätzliche Kritik an der Politik der Stadt hatte, traf in all den Jahren der Bannstrahl des Antikommunismus.

Statt Argumente gibt es nur dümmliche Anmache.
Dem zu widerstehen, erfordert Standkraft, die man sich im Laufe der Jahre erarbeiten muss.

Verbunden mit dem Totschlagargument des Antikommunismus wird zugleich der Vorwurf erhoben, zu viele kleine Parteien seien der Tod der Demokratie.
Das Schreckgespenst der Unregierbarkeit der Stadt wird aufgeplustert.
Aber wer treibt den diese Stadt in den Ruin?


AUF steht für Vernetzung
Wir arbeiten auch überörtlich zusammen mit anderen Wahlbündnissen, Initiativen, Parteien und Einzelpersonen da wo es sinnvoll ist, weil wir die Vernetzung brauchen.
Ob in der Frage des Giftmülltransportes aus Australien nach Herten, bei der A 52 in Essen dem Müllheizkraftwerk in Karnap oder der geplanten CO Pipeline nach Scholven oder bei CBL.


AUF ist finanziell unabhängig
Finanzielle Unabhängigkeit ist der Grundstein für eigenständige Entscheidungen. In den letzten 5 Jahren haben wir aus Spenden 105.000 Euro erspart. Daraus finanzieren wir unsere gesamte Arbeit, bezahlen unsere beiden Büros, unterstützen politische Aktionen und finanzieren nicht zuletzt diesen Wahlkampf.

Liebe Freundinnen und Freunde,
die nächsten Jahre werden uns herausfordern. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise werden auf eine ohnehin desolate Situation in GE treffen. Jedes 4 Kind, in Schalke jedes 3. Kind, kommt aus einer armen Familie. Die Verschuldung steigt rapide an. Schon heute ist fast jeder siebte Gelsenkirchener über 18 Jahren überschuldet. ELE meldet allein für Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck 9000 Stromsperren. 60.000 Haushalte sind im Zahlungsverzug. Die Gelsenkirchener brauchen in dieser zukünftigen Entwicklung eine Kraft, die sie uneigennützig, niemandem verpflichtet außer ihnen selber zusammenschließt und ihre Interessensvertretung fördert.
Dafür haben wir in den letzten Jahren ein solides Fundament geschaffen.

Wer will, dass in Zukunft alles beim Alten bleibt, der bleibt am 30.8. zu Hause oder wählt SPD, CDU, FDP, grün oder braun. Alle anderen sollten sagen: Diesmal geh ich wählen - und zwar AUF und das gleich 3 Mal: Rat, Bezirk und OB!


Liebe Freundinnen und Freunde!
Wir wissen nicht, was bei diesen Wahlen herauskommt. Ein stimmenmäßiger Fortschritt - oder auch ein Rückschritt. In den letzten Tagen haben wir viel Zuspruch erfahren. Wir haben in zwei Wochen um die 20 neue Mitglieder und an die 50 Wahlhelfer gewonnen. Aber das politische Umfeld ist unter wahltaktischen Gesichtspunkten schwieriger geworden, die Konkurrenz größer! Zugleich dokumentieren auch die neuen kleinen Gruppen die Loslösung von den etablierten Parteien!

Stellen wir uns also auf alles ein. Kämpfen wir in den letzten 2 Wochen Wahlkampf um jede Stimme - aber hauptsächlich um nachhaltige Ergebnisse:
Neue Kontakte, neue Mitglieder, neue Verbindungen, gewachsenes Know How für künftige Aufgaben. Unter diesem Gesichtspunkt werden wir auf jeden Fall gewinnen und zukunftsweisende Grundlagen legen. In diesem Sinne:

Uns allen viel Erfolg und - erheben wir unser Glas -
happy birthday AUF Gelsenkirchen!!!
Auf die nächsten 10 erfolgreichen Jahre!


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