Ich war`s und das hat Gründe!
Mit der (einzigen) Gegenstimme von Monika Gärtner-Engel, Ratsfrau für AUF-Gelsenkirchen, hat der Rat der Stadt Gelsenkirchen die finanzielle Unterstützung der Arena-Gesellschaft beschlossen.„Ich bin selbst Schalke-Fan, aber auch gerade deswegen muss ich einen derartigen Schnellschuss gründlichst und unvoreingenommen vom Standpunkt der GelsenkirchenerInnen und SteuerzahlerInnen prüfen “ erklärt Gärtner-Engel. Die Antworten blieben - bei allem durchaus ersichtlichen Bemühen der Verantwortlichen - letztlich genauso vage wie in der (nicht öffentlichen) Vorlage.
Vor allem wurden die tatsächlichen Risiken verdächtig herunter gespielt, klein geredet oder verschwanden im Nebel der gerade zu schon beschwörenden Ausführungen über die Bedeutung S 04 im Allgemeinen und im Besonderen. „Unter Abwägung all dieser Aspekte konnte ich nicht mit gutem Gewissen für das Geschäft stimmen. Enthalten – wie zahlreiche andere im Rat - konnte ich mich auch nicht, denn dafür sind mir S 04, aber auch die Gelder der Stadt zu wichtig. War nicht manche Enthaltung auch eher der Sorge geschuldet, es sich mit den Schalkern zu verderben? Ich glaube, sie vertragen ein ehrliches Wort eher als Wischiwaschi!“
S 04 hat für das Lebensgefühl der Gelsenkirchener, als wichtiger "Wirtschaftsfaktor", aber auch für die internationale Bekanntheit der Stadt unstrittig große Bedeutung. Um so mehr ist diese Ratsentscheidung daraufhin zu prüfen, ob sie dem Verein und der Stadt auf lange Sicht nicht eher schaden als nutzen könnte:
Wie groß sind in Heller und Pfennig die Risiken für die GEW und damit indirekt die Stadt? Ist eine Prüfung durch Wirtschaftsprüfer tatsächlich verlässlich? Wie groß ist die Zinsbelastung dadurch, dass die GEW das Geld ja nicht hat, sondern selbst aufnimmt? Was passiert mit der GEW und dem "Kerngeschäft" (ZOOM, Bäder...), wenn sie durch erhebliche Belastungen durch dieses Geschäft in große finanzielle Probleme kommt?
Darüber hinaus ist aber für den Steuerzahler auch noch interessant: wenn hier nur ein Kredit weiter gereicht wird, warum nimmt S 04 das Geld dann nicht selbst auf? Ist das nicht ein massives Indiz dafür, dass es um die Bonität von S 04 doch deutlich schlechter bestellt ist als gedacht und in der Öffentlichkeit präsentiert wird? Wäre daher eine kritische Grundsanierung der Vereinsfinanzen nicht besser? Was passiert, wenn S 04 (weiter) in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommt und seine Pacht an den Verein nicht bezahlen kann? Besteht nicht die reale Gefahr, dass das Geld der Bürger schlicht futsch ist? Was trägt der Verein selbst Markantes bei, um die Probleme zu lösen? Wie selbstkritisch werden Fehler der Vergangenheit vom Vereinsmanagement aufgearbeitet?
Warum erfahren die Stadtverordneten das alles aus der Presse und bekommen die Vorlage erst 3 Tage vor der Sitzung?
Kurzum: vielleicht eine Entscheidung gegen den Strom, aber eben nach dem Motto: steh AUF, wenn du ein Schalker bist!
Monika Gärtner-Engel
















