Gelsenkirchener Komödienstadl
"Auch nach ausführlicher Berichterstattung in den Medien über die anstehenden Neuwahlen bei der SPD sind selbst mit dem Mikroskop keine inhaltlichen Differenzen zwischen den Kandidaten zu erkennen. Vielmehr bekomme ich allmählich den Eindruck einer wohl einstudierten seichten Unterhaltung im Sinne des bayrischen Kommödienstadls" amüsiert sich Monika Gärtner-Engel, Ratsfrau für AUF / Die Linke, und verweist im Anschluss daran auf die Notwendigkeit von Inhalten und Substanz:
"Eine innerparteiliche Auseinandersetzung darüber, dass sich die SPD in den letzten Wochen Lorbeeren verdient hat, indem sie die geplante vorzeitige Schließung von Zeche Lippe zuerst ignoriert, teilweise selbst mit vertuscht und dann mit Krokodilstränen für unvermeidlich erklärt hat, wäre zum Beispiel eine echte inhaltliche Bereicherung dieses "Wahlkampfes".
Pressemitteilung zu den anstehenden Neuwahlen bei der SPD
Ebenso aufregend zu lesen wäre ein Bericht über die ernsthafte Beschäftigung der SPD mit den schwindenden Mitglieder- und Wählerzahlen, sowie die Akzeptanz des Faktums, dass immer breitere Teile ihrer Basis, vor allem unter Arbeitern, wegbrechen. Für die Tatsache, dass dies "irgendwie" wahrgenommen wird, spricht das Verhalten, in alter Frische einen ebenso ignoranten wie ätzenden Antikommunismus in Gelsenkirchen zu praktizieren. Ich möchte nur in aller Kollegialität darauf hinweisen, dass selbst beim Komödienstadl irgendwann einmal der Vorhang fällt und die Besucher in die Realität gehen. Genauso weiß der Bürger, zwischen Theater und wahrem Leben zu unterscheiden; man muss es ihm nur zutrauen".
Monika Gärtner-Engel
















