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Podiumsdiskussion: Geschichtsstunde zur Arbeiterkultur und Revolution

Skandal um verbotene Gedenkfeier in Gelsenkirchen

Rund 280 Teilnehmer erlebten eine packende Podiumsdiskussion als Geschichtsstunde der besonderen Art zur Roten Ruhrarmee 1920. Ein Teilnehmer: „Die Diskussion und die Beiträge waren sehr informativ. Es waren die richtigen Leute aufs Podium eingeladen. Ich selbst habe bis jetzt nicht so viel über die Märzrevolution von 1920 gewusst.“ Eindrücklich, lebendig wurde die Frage der Notwendigkeit revolutionärer Gewalt diskutiert. Die Erfahrungen der 100.000 Kämpfer der Roten Ruhrarmee zeigt, wer „für freie Menschen auf freiem Grund“ kämpfen will, wird dies nicht nur mit den Waffen der Kultur machen können. Differenziert und kontrovers – aber voller Sympathie für die revolutionäre Ruhrarmee - behandelten Michael May (MLPD) und Helmut Manz (Linkspartei) diese Frage. Die Beiträge von Prof. Dr. Roland Günther, Frank Baier und dem Künstler Christoph Schäfer machten deutlich, dass Kultur und Revolution zusammengehören. Gerade im Ruhrgebiet ist die Arbeiterkultur nicht unter zu kriegen. Prof. Dr. Roland Günther sie wird eine „Renaissance erleben“. Ein begeisterter Teilnehmer über den Abend: „Super war vor allem das breite Spektrum der Podiumsgäste. Das war gut gemischt. Wichtig sind die Schlussfolgerungen für heute. Wie aktuell die revolutionäre Kultur der Bergarbeiter ist, zeigt die Auseinandersetzung jetzt im Bergbau.“

Auf Empörung der Anwesenden stieß das Verbot einer Gedenkfeier mit Kranzniederlegung für die im Ruhrkampf getöteten und ermordeten Gelsenkirchener Arbeiter. Der Gelsenkirchener Verwaltung scheint dieser Teil der Geschichte der Arbeiter nicht in ihr „sauberes Bild von der Kulturhauptstadt 2010“ zu passen. Es ist ein Politikum, in der einstigen Bergarbeiterstadt der „tausend Feuer“ zu verbieten, dass die Arbeiter und insbesondere die Bergarbeiter, nicht die Toten ehren dürfen die für Recht und Freiheit kämpften. Diese Willkür wurde inzwischen sogar vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigt. Kumpel für AUF akzeptiert dieses Verbot nicht und es ist den Bergleuten und ihren Familien eine Ehre diese Gedenkfeier durchzuführen.

Ein weiteres Highlight und der Abschluss der Kulturwoche „90 Jahre Rote Ruhrarmee“ von Kumpel für AUF bildet am Samstag nach den Gedenkfeiern, die an mehreren Orten statt finden, die Ruhrkampfrevue von HORSTsTheaterMASCHin'. Ein dramatischer Bilderbogen erzählt mit Szenen und Liedern die Geschichte des Aufstands der Roten Ruhrarmee, die Ende März das ganze Revier befreit hatten.

Freundlicher Gruß

Ingrid Dannenberg Sprecherin von Kumpel für AUF im Vest

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